Newsletter vom 10.07.2026

Mann für alle Fälle: Daniel Gisiger hilft bei den Rennvorbereitung tatkräftig mit.

Die Offene Rennbahn Oerlikon erlebt einen besonderen Dienstagabend: Spitzenfahrer aus Japan fegen wie ein Taifun über das Zementoval. Olympioniken, Weltmeister und WM-Medaillengewinner zeigen, dass das Land der aufgehenden Sonne längst zu den Grossmächten des Bahnradsports gehört. Der Mann hinter dieser Entwicklung ist ein Schweizer: Daniel Gisiger (71).

Die Abendsonne tauch die Rennbahn in ein mystisches Licht, die Zuschauer sitzen dicht an dicht auf der Tribüne, die Räder surren über den rauen Beton. Eigentlich ist es ein gewöhnliches Dienstagmeeting in Oerlikon. Doch dieser Abend ist anders. Denn die japanischen Gäste bringen Weltklasse mit.

Hochklassige Gäste

„Das sind unsere guten Rennfahrer“, sagt Daniel Gisiger mit sichtbarem Stolz. Der ehemalige internationale Spitzenfahrer aus der Schweiz und heutige Nationaltrainer Japans hat eine Equipe nach Zürich gebracht, die es in sich hat: Mehrere Fahrer waren bei den Olympischen Spielen in Paris dabei. Kazushige Kuboki ist Weltmeister im Scratch und zählt seit Jahren zur Elite. Shunsuke Imamura holte WM-Bronze im Omnium, Naoki Kojima ist mehrfacher Asienmeister in diversen Bahn-Disziplinen. Sie sind aus dem Trainingslager in Leysin angereist, damit sie «diesen besonderen Ort erleben und die Atmosphäre spüren», sagt Gisiger, der in der Vorbereitung der Starts an allen Fronten gefordert ist und sogar beim Reifenpumpen mithilft.

Verspätete Anreise

Wegen Stau auf der A1 trafen sie erst kurz vor Rennstart ein. Dies hielt sie aber nicht davon ab, ihre Klasse eindrücklich zu demonstrieren. Gleich drei Tagessiege gingen an japanische Fahrer. Am Rande der Wettkämpfe erzählt Daniel Gisiger vom spannenden Projekt – und seiner Verbindung zur Offenen Rennbahn: „Ich bin vor allem dankbar, dass es diese Rennbahn noch gibt. Seit ich das erste Mal hierher kam, wurde immer wieder über einen Abbruch gesprochen”. Aber Leute wie Alois (Wisel Iten/die Red.) haben dafür gekämpft, dass die Bahn erhalten bleibt. Die Rennen am Dienstag seien etwas Besonderes, so Gisiger: “Es gibt Stimmung, Zuschauer und echte Leidenschaft.“

Erster Sieger am Dienstag: Kazushige Kuboki gewinnt das Ausscheidungsfahren zum Start des Meetings am vergangenen Dienstag.

Für den gebürtigen Franzosen ist Oerlikon ein Symbol für die Faszination des Bahnradsports. „Bei einer Tour de France sieht man die Fahrer vielleicht zwei Minuten vorbeifahren. Auf der Bahn kann man die Taktik, die Attacken und die Härte direkt erleben. Weltmeisterschaften und Olympische Spiele zeigen heute, wie attraktiv dieser Sport ist.“

Einzigartige Keirin-Kultur

Japan hat dabei eine einzigartige Grundlage: die Keirin-Kultur. Seit über 50 Jahren bildet die Keirin-Schule in Izu, dem Olympiastandort von Tokio 2021, jedes Jahr rund 100 Fahrerinnen und Fahrer aus. Die Ausbildung ist streng, fast militärisch. Kein Handy während der Woche, klare Regeln, maximale Disziplin.

„Es gibt nirgendwo auf der Welt eine Nation, die jedes Jahr so viele Rennfahrer ausbildet“, sagt Gisiger.

Dass ausgerechnet ein Schweizer diese Entwicklung mitprägt, ist eine ungewöhnliche Geschichte. Nach den Olympischen Spielen in Tokio wollte Gisiger eigentlich in Pension gehen. Doch der frühere französische Nationaltrainer Benoît Vétu rief ihn an und überzeugte ihn, nach Japan zu kommen.

Echter Sportgeist und Respekt

„Ich dachte zuerst: Was habe ich da wieder angefangen? Aber ich habe schnell gemerkt: Diese Fahrer verkörpern echten Sportgeist und grossen Respekt, sie suchen die Fehler zuerst bei sich selbst. Diese Einstellung hat mich beeindruckt.“

Eigentlich sollte Gisiger nur helfen, die japanische Verfolgungs-Mannschaft für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Doch nach Paris blieb er, weil kein Nachfolger gefunden wurde. Heute kümmert er sich vor allem um die Weiterentwicklung der Strukturen – und um die Verbindung zwischen Bahn und Strasse.

Sein Lebensmittelpunkt ist Izu, wo sich das Zentrum des japanischen Bahnsports befindet. Dort arbeitet er mit einer neuen Generation japanischer Fahrer. Und er erlebt etwas, das ihn besonders freut: Anerkennung.

Bekannter in Japan als in der Schweiz

„Ich habe 1981 den Grand Prix des Nations gewonnen. Das war der erste grosse Sieg für Shimano. Deshalb hat die Firma mit mir Plakate gedruckt. In Japan kommen noch heute viele junge Fahrerinnen und Fahrer zu mir und wollen ein Autogramm.“

Eine schöne Pointe einer aussergewöhnlichen Karriere: Daniel Gisiger ist im Land der aufgehenden Sonne vielleicht bekannter als in seiner Heimat..

Trainer Gisiger befestigt die Startnummer von Naoki Kojima.

Programm. Dienstag, 14. Juli 2026

18.50 Uhr: Scratch (U15/U17/Frauen U19)

19.00 Uhr: Derny, 1. Lauf (Elite/U23)

19.25 Uhr: Australien (Elite/U23/U19)

19.35 Uhr: Punktefahren (U15/U17/Frauen U19)

19.50 Uhr Tempofahren (Elite/U23/U19)

20.05 Uhr: Pause

20.25 Uhr: Ausscheidung (Elite/U23/U19)

20.35 Uhr: Derny, 2. Lauf (Elite/U23)

21.00 Uhr: Scratch (U17/U19/Frauen U23)

21.10 Uhr: Punktefahren (Elite/U23)

21.55 Uhr: Rennschluss


Öffentlichkeitsarbeit: Thomas Renngli | IGOR

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Newsletter vom 26.06.2026

Kampf um jeden Punkt: Am Dienstag versprechen die Rennen grosse Spannung.

Wenn die Hitze des Tages langsam aus dem Beton weicht, die Schatten länger werden und das Licht über die offene Bahn streicht, dann zeigt die Offene Rennbahn Oerlikon ihre ganze Magie. Am kommenden Dienstag wird der ältesten Sportarena der Schweiz wieder zum Terrain für Höchstleistungen – mit Tempo, Taktik, Tradition und einem Hauch von südländischem Sommerabend.

Im Zentrum des Meetings stehen die Schweizer Meisterschaften im Scratch und im Punktefahren. Zwei Disziplinen, die alles verlangen: Rennintelligenz, Mut, Ausdauer, Instinkt und das perfekte Gespür für den Moment.

Gerade das Punktefahren hat in der Schweiz eine grosse Geschichte. Namen wie Urs Freuler, Bruno Risi, Daniel Gisiger, Kurt Beschart oder Xaver Kurmann stehen für Epochen, in denen Schweizer Bahnfahrer auf den Velodromen Europas und der Welt für Furore sorgten. Allen voran Freuler, der elegante Vollstrecker mit dem untrüglichen Riecher für den richtigen Angriff – und zehn WM-Titeln (neun davon im Punktefahren).

Kurmann, der unermüdliche Kämpfer und zweifache Olympiamedaillengewinner in der Einzelverfolgung. Das Punktefahren war immer auch eine Schweizer Spezialität: ein Rennen für schlaue Köpfe und starke Beine.

Am letzten Dienstag wurden die Schweizer Meister(innen) in der Einzelverfolgung gekürt: Jasmin Liechti (m.) holt Gold – vor Michelle Andres (l.) und Fabienne Buri.

Am Dienstag wird diese Tradition in Oerlikon weitergeschrieben. Wer wird die entscheidende Attacke setzen? Wer sammelt früh Punkte? Wer wartet, pokert – und schlägt im richtigen Moment zu? Scratch und Punktefahren sind keine Rennen für Zauderer. Sie belohnen jene, die den Mut haben, das Rennen zu lesen und zu prägen.

Doch Oerlikon ist an solchen Abenden mehr als nur Rennsport. Die offene Bahn ist Bühne, Treffpunkt und Sommerterrasse zugleich. Wer einmal an einem heissen Abend hier gesessen ist, mit einem kühlen Getränk in der Hand, dem Duft vom Grill in der Luft und dem Surren der Räder auf dem Beton im Ohr, weiss: Diese Rennbahn ist vielleicht das schönste Gartenrestaurant der Stadt.

Hier sitzt man nicht am Rand des Geschehens – man ist mittendrin. Zwischen Stehplatz, Tribüne, Fahrerlager und Bandenwerbung entsteht jene Nähe, die den Bahnradsport so besonders macht. Man hört die Zurufe, spürt die Beschleunigung, sieht die Anspannung in den Gesichtern der Fahrerinnen und Fahrer.

Am kommenden Dienstag lohnt sich der Weg nach Oerlikon deshalb doppelt: für die Meistertitel auf der Bahn – und für einen Sommerabend, wie ihn nur diese Rennbahn bieten kann..

Stilstudie aus der Meisterschaft der Einzelverfolgung (Bilder: Augusto Denando).

Programm. Dienstag, 30. Juni 2026

16.45 Uhr: Schweizer Meisterschaften 500 m (U17)

                 Schweizer Meisterschaften 1000 m (U19/U23/Elite)

18.15 Uhr: Scratch (U15/U17/Frauen U19)

18.25 Uhr: Ausscheidung (U19/U23/Elite)

18.40 Uhr: Stillstand-Contest (U19/U23/Elite)

18.55 Uhr: Ausscheidung (U17/U19/Frauen U23)

19.05 Uhr: Pause

19.20 Uhr: Schweizer Meisterschaften Scratch (U19/U23/Elite)

19.45 Uhr: Schweizer Meisterschaften Scratch (U19/U23/Elite)

20.10 Uhr: Schweizer Meisterschaften Punktefahren (U19/U23/Elite)

20.50 Uhr: Schweizer Meisterschaften Punktefahren (U19/U23/Elite)

21.35 Uhr: Siegerehrungen (alle Meisterschaften)

21.55 Uhr: Rennschluss


Öffentlichkeitsarbeit: Thomas Renngli | IGOR

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Newsletter vom 14.06.2026

Der Künstler und seine Galerie: Marc Locatelli hebt die Rennbahn auf eine kulturell und künstlerisch höhere Ebene.

Am Dienstag, 16. Juni, wird die Offene Rennbahn Oerlikon nicht nur zur Bühne des Bahnradsports, sondern auch zum Ausstellungsraum. Um 19.00 Uhr eröffnet Marc Locatelli in seiner Kunstkabine die Ausstellung «Herzblut» – eine Hommage an historische Rad-Trikots, grosse Rennmomente und die Leidenschaft für den Velosport.

Vernissage um 19.00 Uhr: Wenn Trikots Geschichten erzählen

Wie viel Platz braucht eine Kunstgalerie? Auf der Offenen Rennbahn Oerlikon genügen ein paar Quadratmeter. Seit über 20 Jahren beweist Marc Locatelli mit seiner Kunstkabine, dass grosse Geschichten auch im kleinsten Rahmen erzählt werden können.

Für die Saison 2026 hat der ehemalige Radrennfahrer, der einst sogar Eddy Merckx bezwang, einen alten Weggefährten ins Boot geholt: den Illustrator und Zeichner Hans Meier aus Embrach. Die beiden kennen sich seit den 1970er-Jahren, als sie gemeinsam die Vorkursklasse an der Kunstgewerbeschule Zürich besuchten. Schon damals verband sie nicht nur die Kunst, sondern auch die Liebe zum Radsport.

Ein Jahrhundert Velogeschichte

Hans Meier machte sich später als Radquerfahrer einen Namen und ist bis heute bei nostalgischen Veranstaltungen wie der L’Eroica oder der Chläggi Classic im Klettgau anzutreffen. Parallel dazu schuf er ein eindrückliches künstlerisches Werk:detailreiche Zeichnungen von Rennszenen, Velos und vor allem historischen Rad-Trikots.

Für Marc Locatelli ist klar: Diese Arbeiten gehören an die Öffentlichkeit. «Wir präsentieren die Exponate in einer Form, die den Besuchern einen neuen Zugang ermöglicht», sagt er.

So wird die Rennbahn an diesem Dienstagabend einmal mehr zu einem Ort, an dem sich Sport und Kultur begegnen. Draussen die Bahn, die Kurven, die Geschwindigkeit. Drinnen die Linien, Farben und Erinnerungen. Beides gehört zusammen. Beides lebt vom gleichen Stoff: Herzblut.

Änderung im Rennprogramm

Auch ohne Elite-Rennen erleben die Zuschauer am Dienstag eine Talentschau der Schweizer Sprinter auf U17-Stufe.
Photo Credit CuPNet Photo Peter Mettler


Öffentlichkeitsarbeit: Thomas Renngli | IGOR

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Newsletter vom 29.05.2026

Herr der Steher: Ex-Meister Jan Ramsauer kennt alle Kniffs in dieser Disziplin.

Die Offene Rennbahn Oerlikon ist mehr als nur eine Sportanlage – sie ist ein Stück lebendige Radsportgeschichte in der Stadt. Am Dienstag, 2. Juni, ist genau diese besondere Atmosphäre zu erleben, wenn die Steher hinter den schweren Motorrädern das Publikum in ihren Bann ziehen. Keiner weiss das besser als Jan Ramsauer.

Steher: Die tollkühnen Pedaleure hinter den grossen Motoren sorgen auf der Rennbahn für Nervenkitzel und Temporausch.

Gerade für die Steher sei sie perfekt. Dass sie 1912 für diese Disziplin gebaut wurde, spürt man bis heute. Die langen, sauber zu fahrenden Kurven erlauben hohe Tempi – und genau das macht den Reiz aus. Hinter den schweren Motorrädern entstehe ein Sog, der es den Fahrern erlaube, über die natürlichen Grenzen zu gehen, erklärt Ramsauer: «Wenn du einmal im Rhythmus bist, spürst du, wie dich die Bahn und der Windzug des Motorrads mitzieht“. Entscheidend sei das Zusammenspiel zwischen Fahrer und Schrittmacher – ein fast intuitives Teamwork bei solchen Geschwindigkeiten.

Dass diese Disziplin so fasziniert, liegt auch an ihrer Eigenheit: archaisch, laut, direkt – und zugleich hochpräzise. Jeder Meter, jede Linie entlang der Rollen entscheidet über Effizienz oder Energieverlust. Wer hier vorne mitfahren will, braucht Stehvermögen, Biss und Geduld, sagt Ramsauer. „Und ein gutes Gespür dafür, wie man sich im Windschatten bewegt.“

Am kommenden Dienstag wird genau diese Faszination wieder spür- und sichtbar. Wenn die Motoren aufheulen und die Steher in den Sog der Maschinen gehen, entsteht jener Moment, der die Rennbahn seit Jahrzehnten prägt: laut, nah, intensiv – und für viele erstmals überraschend eindrücklich.

Kohlensäcke – wegen ihrer schwarzen Ledergewänder tragen die Schrittmacher einen durchaus bildlichen Übernamen.

18.50 Uhr: Scratch (U15/U17/Frauen U19)

19.00 Uhr: Tempofahren (U19/U23/Elite)

19.15 Uhr: Ausscheidung (U15/U17/Frauen U19)

19.25 Uhr: Scratch (U19/U23/Elite)

19.35 Uhr: Punktefahren (U15/U17/Frauen U19)

19.45 Uhr: Pause

20.05 Uhr: Steher, 1. Lauf

20.30 Uhr: Ausscheidung (U19/U23/Elite)

20.40 Uhr: Punktefahren (U17/U19/Frauen U21)

20.55 Uhr: Punktefahren (U19/U23/Elite)

21.25 Uhr: Steher, 2. Lauf


Öffentlichkeitsarbeit: Thomas Renngli | IGOR

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